Nach 5 Tagen Aufenthalt in Delhi erreichten wir nach 15 stündiger Zugfahrt endlich unser Ziel, Bodhgaya. Nach kurzer Orientierungsphase miete ich uns für 25 Euro Monatsmiete ein Zimmer im Haus des Moslems Mohammed. Das Steinhaus liegt im Dorf Pachati direkt hinter dem tibetanischen Flüchtlingsmarkt. Hier finden wir das authentische Indien, erleben, wie die Menschen im ärmsten aller Bundesstaaten Indiens leben. Die Menschen sind neugierig, sehr freundlich und haben trotz ihrer Armut nicht verlernt zu laecheln. Die meisten Häuser sind aus Lehm gebaut, Müllentsorgung ist ein Thema, das ohne Organisationsstruktur auskommen muss; überall liegt Müll, Kinder verrichten ihr Geschäft auf den engen Wegen des Dorfes.
Als wir das Alice Project erreichen, wird Johannes krank und so ziehen wir noch am selben Tag in unser Gästezimmer in der Schule, das uns von Valentino Giacomin, dem Leiter des Alice Projects, als Gegenleistung für meine Volontärsarbeit angeboten wurde. Nach 2 Tagen Fieber ist Johannes wieder fit. Er bekommt seine Schuluniform und geht jetzt in die 4. Klasse des Schulprojekts.
Gut tut uns der tägliche Besuch der Hauptstupa mit dem legendären Bodhibaum, das ist der Baum, unter dem der Buddha Siddharta Gautama vor 2550 Jahren erleuchtet wurde.
Unsere Reise führt uns nun weiter nach Dharamsala, dem Ort, in dem sich H.H. 14th Dalai Lama seit 1958 im indischen Exil niedergelassen hat. Johannes geht dort nach den Winterferien in eine tibetische Schule. Ich nehme ab Anfang März an den Lehrveranstaltungen des Dalai Lama teil.